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Zuwächse im österreichischen Außenhandel im 1. Halbjahr 2026

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Import- und Exportvolumen jeweils über 100 Mrd. Euro

Import- und Export-Schilder auf einer Österreich Landkarte
(c) AdobeStock_c.alexlmx 2018

Im 1. Halbjahr 2026 belief sich der Gesamtwert der Warenimporte laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria auf 103,78 Mrd. Euro, während die Exporte 100,06 Mrd. Euro erreichten. Im Vergleich zu den ersten 6 Monaten des Vorjahres nahmen die Einfuhren um 5,9 % zu, während die Ausfuhren um 5,4 % anstiegen. Daraus resultierte ein Handelsbilanzdefizit von 3,72 Mrd. Euro, nach einem Defizit von 3,10 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

 

„Nach einem verhaltenen Start in das Jahr 2026 hat der österreichische Außenhandel im ersten Halbjahr deutlich an Dynamik gewonnen. Sowohl die Importe als auch die Exporte legten um mehr als 5 % zu und überschritten damit in beide Verkehrsrichtungen die 100-Mrd.-Euro-Marke. Während die Exporte unter anderem in die Vereinigten Staaten und nach China zurückgingen, sorgten Zuwächse im Exportgeschäft mit wichtigen Handelspartnern wie Deutschland oder Italien für eine positive Entwicklung“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

 

Im Handel mit den 10 wichtigsten Importpartnern gab es heuer – mit Ausnahme von der Schweiz (−7,8 %), den Vereinigten Staaten (−7,4 %) und den Niederlanden (−3,9 %) – bis Juni Zunahmen bei den Importen. Neben der Zunahme bei Deutschland (+5,7 %) gab es die größten absoluten Zunahmen bei Importen aus China (+22,0 %), Italien (+7,3 %), Tschechien (+10,4 %) und Polen (+7,1 %). Im Handel mit den 10 bedeu tendsten Exportpartnern zeigte nur der Handel mit den Vereinigten Staaten (−4,0 %) und China (−6,7 %) Abnahmen. Die stärksten Zuwächse gab es bei den Exporten mit Deutschland (+5,9 %), Italien (+10,0 %), der Schweiz (+12,2 %) und dem Vereinigten Königreich (+15,1 %).

 

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich in den ersten 6 Monaten 2026 Waren im Wert von 68,10 Mrd. Euro (+5,9 %). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren betrug 68,59 Mrd. Euro und verzeichnete mit +6,6 % ebenso eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Handelsbilanzaktivum mit der Europäischen Union belief sich auf 0,49 Mrd. Euro, nach einem deutlich geringeren Überschuss von 0,05 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2025.

 

Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Zunahme bei den Im porten (+5,9 % auf 35,68 Mrd. Euro) und bei den Exporten (+3,1 % auf 31,47 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzdefizit mit Drittstaaten von 4,21 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

 

Hauptverantwortlich für die negative Handelsbilanz mit Drittstaaten war der Handel mit China (Handelsbi lanz: −7,63 Mrd. Euro). Vor allem bei Maschinen und Fahrzeugen waren die Importe aus diesem Partnerland (+26,8 % auf 5,71 Mrd. Euro) über viermal so hoch wie die rückläufigen Exporte (−6,8 % auf 1,37 Mrd. Euro). China fand sich im ersten Halbjahr 2026 mit einem Exportanteil an den österreichischen Gesamtexporten von 2,3 % (2,34 Mrd. Euro) auf Rang 10, auf der Importseite mit einem Importanteil von 9,6 % (9,98 Mrd. Euro) auf Rang 2. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 erhöhten sich die Importe wert mäßig um 22,0 %; die Exportwerte gingen um 6,7 % zurück. Die Produktgruppe Maschinen und Fahrzeuge (Anteil: 57,3 %) dominierte die Importe, darunter in erster Linie die Untergruppe elektrische Maschinen und Geräte. Über die Hälfte der österreichischen Exporte nach China (Anteil: 58,5 %) betraf ebenso Maschi nen und Fahrzeuge.

 

Den größten Handelsbilanzüberschuss mit einem Partnerland gab es in diesem Zeitraum mit den Vereinigten Staaten (Handelsbilanz: +2,71 Mrd. Euro), wobei der Überschuss gegenüber der Vorjahresperiode um 0,03 Mrd. Euro zurückging. Der Exporthandel mit diesem Handelspartner ist in den ersten 6 Monaten 2026 um 4,0 % auf 6,48 Mrd. Euro geschrumpft. Den höchsten Einbruch gab es dabei bei chemischen Erzeugnis sen, vor allem bei medizinischen und pharmazeutischen Produkten, deren Handelsvolumen um beinahe ein Drittel rückläufig ausfiel (−29,0 %). Exportseitig fanden sich die Vereinigten Staaten nach Italien auf Rang 3 der wichtigsten Handelspartner, während sie importseitig Rang 6 nach Tschechien einnahmen. Österreichs Importe aus den USA sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,4 % auf 3,77 Mrd. Euro.

 

Juni 2026: Einfuhren und Ausfuhren gestiegen

 

Im Juni 2026 stieg der Wert der Warenexporte im Vergleich zum Juni des Vorjahres um 15,4 % auf 17,70 Mrd. Euro. Der Wert der Importe nahm um 10,4 % auf 17,73 Mrd. Euro zu. Daraus resultierte eine negative Handelsbilanz von 0,03 Mrd. Euro.

 

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Juni 2026 Waren im Wert von 11,34 Mrd. Euro, während Waren im Wert von 12,13 Mrd. Euro in diese Länder exportiert wurden. Im Ver gleich zum Juni 2025 stiegen die Intra-EU-Importe (+8,3 %), und die Intra-EU-Exporte (+15,7 %). Daraus ergab sich eine positive Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,78 Mrd. Euro.

 

Die Importe aus Drittstaaten stiegen im Juni 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat zweistellig um 14,4 % auf 6,39 Mrd. Euro; die Extra-EU-Exporte nahmen hingegen mit +14,8 % auf 5,57 Mrd. Euro noch etwas stärker zu. Trotzdem ergab sich ein Defizit der Handelsbilanz mit Drittstaaten von 0,81 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

 

Zunahmen bei Import und Export von Maschinen und Fahrzeugen 

 

Insgesamt verzeichnete nur 1 der 10 Produktgruppen im Juni 2026 einen Exportrückgang. Die 4 bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – verzeichneten zusammen ein Exportplus von 16,7 % auf 14,90 Mrd. Euro. Die höchsten absoluten Exportzunahmen über alle Gruppen hinweg wiesen Maschinen und Fahrzeuge (+17,2 %; +0,98 Mrd. Euro) und chemische Erzeugnisse (+21,8 %; +0,52 Mrd. Euro) auf.

Bei den Importen gab es bei keiner der 4 bedeutendsten Produktgruppen eine Abnahme. Die größten ab soluten Zunahmen wurden importseitig ebenso wie im Export bei Maschinen und Fahrzeugen (+10,6 %; +0,60 Mrd. Euro) und chemischen Erzeugnissen (+14,1 %; +0,32 Mrd. Euro) verzeichnet. Die 4 bedeutendsten Produktgruppen im Import zusammengenommen zeigten eine Zunahme von 10,7 % auf 14,00 Mrd. Euro. Außerhalb dieser 4 wichtigsten Gruppen gab es bei den Importen von Brennstoffen und Energie im Juni 2026 Zunahmen um knapp ein Viertel (+24,9 %; +0,24 Mrd. Euro). Verantwortlich waren hierfür hauptsächlich Erdöl und Erdölerzeugnisse, bei denen der Einfuhrwert um 35,9 % stieg, während die importierte Menge um 8,1 % zurückging. Bei Gas sank der Einfuhrwert um 4,9 %, wobei die importierte Menge um 2,8 % abnahm.

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