Nach 2 Jahren des Rückgangs verzeichnete die heimische Wirtschaft 2025 wieder ein leichtes Wachstum. Laut der Jahresrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) von Statistik Austria stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 im Vergleich zu 2024 um 0,7 %.
„Im Jahr 2025 hat sich die österreichische Wirtschaft wieder leicht erholt. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem vom Dienstleistungsbereich, aber auch die Herstellung von Waren konnte wieder zulegen. Nachfrageseitig stützen vor allem Investitionen und Konsumausgaben das Bruttoinlandsprodukt“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Nominell wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 um 3,6 % und lag somit bei 518,2 Mrd. Euro. Das entspricht einer nominellen Wirtschaftsleistung von 56 298 Euro pro Einwohner:in. Der BIP-Deflator, also das Verhältnis des BIP zu laufenden Preisen und zu Vorjahrespreisen, der die Veränderung des Preisniveaus der heimischen Produktion zeigt, lag im Jahr 2025 bei 103,0.
Aufwärtstrend des Jahres 2025 setzt sich auch im 1. Halbjahr 2026 fort
Für das 1. Halbjahr 2026 stehen nun revidierte vorläufige Daten zur Verfügung, in denen sich das Wachstum im Jahresvergleich fortsetzt (1. Quartal 2026: +1,3 % im Vergleich zum 1. Quartal 2025; 2. Quartal 2026: +0,6 % im Vergleich zum 2. Quartal 2025). Im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal wuchs das BIP im 1. Quartal 2026 um 0,3 %, im 2. Quartal 2026 kam es zu einem leichten Rückgang von 0,1 % (saison- und kalenderbereinigt).
Dienstleistungsbereich wächst, produzierender Bereich weiter im Minus
Der Dienstleistungsbereich wuchs 2025 real mit 1,6 % überdurchschnittlich. Einen deutlichen Anstieg der Bruttowertschöpfung zeigten dabei die Information und Kommunikation (+2,3 %), öffentliche Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen (+2,2 %) sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen und der Handel (je +1,9 %). Nahezu alle Dienstleistungsbranchen verzeichneten positive Wachstumsraten. Rückgänge verzeichneten lediglich die Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (ÖNACE N), wie beispielsweise Vermittlung von Arbeitskräften oder Reisebüros, sowie die Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (ÖNACE S), zum Beispiel Tätigkeiten von Interessenvertretungen oder die Reparatur von Datenverarbeitungsgeräten.
Der produzierende Bereich zeigte im Jahr 2025 ein gemischtes Bild und verzeichnete insgesamt einen Rück gang der Bruttowertschöpfung um 1,8 %. Während sich die Herstellung von Waren nach 2 Jahren mit negativen Wachstumsraten wieder deutlich erholte und um 1,6 % zulegte, wirkten das anhaltend schwache Bauwesen mit einem Minus von 1,7 % sowie ein kräftiger Rückgang im Energiebereich dämpfend auf die Entwicklung des produzierenden Bereichs.
Die Bruttowertschöpfung der Land- und Forstwirtschaft inklusive Fischerei legte 2025 real um 1,1 % zu.
Konsum und Investitionen steigen, Außenbeitrag rückläufig
Im Jahr 2025 verzeichneten die Konsumausgaben ein reales Wachstum von 0,9 %, wobei der Konsum privater Haushalte moderat stieg (+0,4 %). Der öffentliche Konsum (+2,0 %) sowie der Konsum der Non-Profit Organisationen (+1,1 %) legten stärker zu.
Deutliche Wachstumsimpulse kamen aus den Investitionen. Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten ein reales Wachstum von 4,3 %, nachdem sie in den beiden vergangenen Jahren noch rückläufig waren. Besonders deutliche Anstiege gab es bei Investitionen in Fahrzeuge (+9,7 %) und Maschinen (+9,6 %), während die gesamten Bauinvestitionen um 2,9 % zurückgingen. Dies ist vor allem auf die stark rückläufigen Wohnbauinvestitionen zurückzuführen.
Der Außenhandel entwickelte sich im Jahresvergleich moderat. Die Exporte stiegen real um 1,3 %. Gleich zeitig nahmen die realen Importe um 2,8 % deutlich stärker zu, der daraus resultierende Außenbeitrag – also die Differenz der Exporte minus der Importe aller Waren und Dienstleistungen – wirkte dämpfend auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum.
Anstieg des Arbeitnehmer:innenentgelts, Beschäftigung erhöhte sich leicht
2025 stieg das Arbeitnehmer:innenentgelt nominell um 3,8 %. Die geleisteten Arbeitsstunden lagen um 0,6 % über denen des Vorjahres. Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse erhöhte sich leicht um 0,1 %, dies ist auf einen Anstieg der Selbstständigen (+0,4 %) zurückzuführen, während die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten stagnierte.