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Staatsverschuldung Österreichs im 1. Halbjahr 2026 erneut gestiegen

Schuldenstand Ende Juni 2026 bei 438,9 Mrd. Euro

vier Münzstappel mit jeweils einen Pfeil nach oben auf denen ein Prozentwürfel liegt. Obendrüber eine Verlaufskurve.
(c) Adobe Stock

Die Staatsverschuldung am Ende des 1. Halbjahres 2026 betrug laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria 438,9 Mrd. Euro und war damit um 20,5 Mrd. Euro höher als zu Jahresende 2025. Die Schuldenquote – das Verhältnis der Staatsschul den zur nominellen Wirtschaftsleistung – stieg von 80,7 % auf 83,6 %. Das öffentliche Defizit lag im 1. Halbjahr 2026 bei 11,1 Mrd. Euro bzw. 4,3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

 

„In der ersten Jahreshälfte 2026 sind die Staatseinnahmen Österreichs um 4,2 % auf 129,7 Mrd. Euro gestiegen – stärker als die Staatsausgaben mit einem Plus von 1,9 % auf 140,9 Mrd. Euro. Verglichen mit dem 1. Halbjahr 2025 sind sowohl die Ausgaben für Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst als auch für monetäre Sozialleistungen weniger stark gewachsen. Da die Staatsausgaben insgesamt weniger stark zulegten als die Einnahmen konnte das Defizit des Staates von 13,7 Mrd. Euro im 1. Halbjahr 2025 auf aktuell 11,1 Mrd. Euro verringert werden. Mit 4,3 % des BIP bleibt das Defizit jedoch weiter hoch“, sagt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

 

Staatseinnahmen im 1. Halbjahr 2026 stärker gestiegen als die Ausgaben

 

Die Staatseinnahmen stiegen im 1. Halbjahr 2026 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 um 4,2 % bzw. um 5,2 Mrd. auf 129,7 Mrd. Euro. Rund 85,7 % der gesamten Staatseinnahmen entfielen auf Steuern und Sozialbeiträge. Während sich die Steuereinnahmen in der 1. Jahreshälfte 2026 (+3,2 %) schwächer entwickelten als im 1. Halbjahr 2025, verzeichneten die Einnahmen aus Sozialbeiträgen weiterhin einen kräftigen Zu wachs (+5,3 %). Die moderatere Entwicklung der Steuereinnahmen ist insbesondere auf den geringeren Zuwachs bei den Lohnsteuereinnahmen (+3,1 %) zurückzuführen. Darüber hinaus gingen die Einnahmen aus den Energieabgaben und aus der Mineralölsteuer zurück.

 

Für Mehreinnahmen sorgten im 1. Halbjahr 2026 sowohl die Produktionserlöse des Staates mit +5,4 % als auch die Vermögenseinkommen mit +14,4 %, darin sind unter anderem Einnahmen aus Zinsen und Dividenden enthalten. Die laufenden Transfers gingen hingegen zurück.

 

Staatsausgaben im 1. Halbjahr 2026 um 1,9 % gestiegen

 

Die Staatsausgaben erhöhten sich im 1. Halbjahr 2026 im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 um 1,9 % bzw. 2,7 Mrd. Euro auf 140,9 Mrd. Euro. Der Anstieg ist damit substanziell geringer als im 1. Halbjahr 2025 und im 1. Halbjahr 2024. Sowohl die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst, mit einer Steigerung um 1,3 %, aber auch die monetären Sozialleistungen mit einem Anstieg von 2,7 %, und hier vor allem die niedrigeren Ausgaben für Pensionen, bremsten das Wachstum der Ausgaben merklich.

 

Die Subventionen blieben allerdings mit 3,9 Mrd. Euro auf einem vergleichbaren Niveau wie im 1. Halbjahr 2025. Die Zinsausgaben stiegen weiterhin und machten im 1. Halbjahr 2026 in Summe 4,3 Mrd. Euro aus.

 

Öffentlicher Schuldenstand Ende Juni 2026 bei 438,9 Mrd. Euro

 

Der größte Anstieg des öffentlichen Schuldenstands entfiel auf den Bundessektor, wo Verbindlichkeiten in Höhe von 20,5 Mrd. Euro hinzukamen, um vor allem das laufende Defizit in Höhe von 12,2 Mrd. Euro abzudecken. Gleichzeitig wurde im Bundessektor aber auch vorsorglich ein größerer Liquiditätsbestand als noch im 1. Halbjahr 2025 aufgebaut. Neben der anhaltenden Investitionstätigkeit hatte der Bund aufgrund erhöhter innerstaatlicher Transfers in der ersten Jahreshälfte 2026 höhere Ausgaben, gleichzeitig hatten der Landes- und der Gemeindesektor höhere Einnahmen.

 

Der Landessektor verzeichnete auch dadurch im 1. Halbjahr 2026, wie schon ein Jahr zuvor, einen Überschuss. Dieser betrug rund 0,9 Mrd. Euro. Im 1. Halbjahr ergibt sich aufgrund höherer Einnahmen aus innerstaatlichen Transfers, denen erst zu einem späteren Zeitpunkt Ausgaben gegenüberstehen, tendenziell ein Überschuss. Trotz des Überschusses kam es im Landessektor insgesamt zu einem leichten Anstieg der Schulden in Höhe von 0,2 Mrd. Euro.

 

Der Gemeindesektor erhöhte seine Verbindlichkeiten um 1,7 Mrd. Euro, hauptsächlich um das laufende Defizit von −1,4 Mrd. Euro zu finanzieren. Innerhalb dieses Teilsektors entfällt der größte Teil des Schuldenanstieg auf die Stadt Wien einschließlich ihrer außerbudgetären Einheiten, deren Verschuldung um 1,4 Mrd. Euro zunahm. Insgesamt fällt das Defizit in diesem Teilsektor aber geringer aus als im 1. Halbjahr 2025.

 

Im Gegensatz dazu reduzierten sich im Sozialversicherungssektor die Verbindlichkeiten. Hier kommt es durch kurzfristige Finanzierungen regelmäßig zu starken unterjährigen Schwankungen. Somit gibt es vor läufig auch einen Überschuss im 1. Halbjahr 2026 von 1,5 Mrd. Euro. Dabei zeigen sich unter anderem die Effekte der Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionist:innen im Vergleich zu 2025.

 

Nach der Art der Verschuldung aufgeteilt entfielen vom Schuldenstand am 30. Juni dieses Jahres 391,4 Mrd. Euro auf Anleihen, 45,4 Mrd. Euro auf Kredite und 2,1 Mrd. Euro auf Einlagen.

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