Nach zwei Jahren des Rückgangs verzeichnete die heimische Wirtschaft 2025 wieder ein leichtes Wachstum. Laut den vorläufigen Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) von Statistik Austria stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 um 0,6 %. Im 4. Quartal 2025 lag das saison- und kalenderbereinigte BIP auf dem Niveau des 3. Quartals 2025.
„Nach 2 Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung zeigte sich im Jahr 2025 wieder eine leichte Konjunkturerholung. Besonders der Dienstleistungsbereich legte real mit +1,0 % überdurchschnittlich zu. Im produzierenden Bereich ergab sich weiterhin ein gemischtes Bild, hier trug vor allem die Herstellung von Waren spürbar zum Wirtschaftswachstum bei. Auch die Investitionstätigkeit und die Konsumausgaben setzten positive Impulse. Der Konsum privater Haushalte stieg im Vergleich zu 2024 moderat um 0,5 %“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Das Bruttoinlandsprodukt wuchs zu laufenden Preisen um 3,8 % und lag bei 512,8 Mrd. Euro. Das entspricht einer nominellen Wirtschaftsleistung von 55 700 Euro pro Einwohner:in. Im Jahresverlauf zeigte sich ein leichtes Wachstum. Im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal betrug der Anstieg saison- und kalenderbereinigt im 1. Quartal 0,3 %, im 2. Quartal 0,0 %, im 3. Quartal 0,3 % und im 4. Quartal erneut 0,0 %. Dieser (saison- und kalenderbereinigte) Vergleich zum Vorquartal zeigt kurzfristige wirtschaftliche Entwicklungen und ist daher größeren Schwankungen unterworfen als der Jahreswert (siehe Tabellen 1 und 2)
Dienstleistungsbereich wächst, produzierender Bereich im Minus
Der Dienstleistungsbereich wuchs 2025 real mit +1,0 % überdurchschnittlich. Einen deutlichen Anstieg der realen Bruttowertschöpfung zeigten dabei die öffentliche Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen (+2,8 %) sowie das Grundstücks- und Wohnungswesen (+2,7 %). Auch die wichtigen Wirtschaftsbereiche Handel, Verkehr und Beherbergungswesen wiesen zusammen ein leichtes Wachstum von 0,1 % auf. Negativ entwickelten sich hingegen die unternehmensnahen Dienstleistungen mit einem Rückgang von 1,2 % der Bruttowertschöpfung.
Der produzierende Bereich zeigte im Jahr 2025 weiterhin ein gemischtes Bild. Zwar befand sich die Gesamtentwicklung mit −1,2 % noch im negativen Bereich, doch zeichnete sich in den einzelnen Teilbereichen eine uneinheitliche Dynamik ab. Der anhaltende Rückgang im Bauwesen (−2,9 %) bremste die Entwicklung; diese Branche schrumpft bereits seit mehreren Jahren und drückt das Gesamtergebnis des produzierenden Bereichs nach wie vor spürbar nach unten. Gleichzeitig setzte die Herstellung von Waren mit einem Wachstum von 1,2 % einen positiven konjunkturellen Impuls (siehe Tabelle 3).
Konsum und Investitionen steigen
Im Jahr 2025 verzeichneten die Konsumausgaben ein reales Wachstum von 1,0 %, wobei der Konsum privater Haushalte moderat wuchs (+0,5 %). Auch die Investitionstätigkeit zeigte spürbare positive Impulse. Getragen von der Entwicklung in der Herstellung von Waren legten die Bruttoanlageinvestitionen insgesamt um 1,4 % zu.
Der Außenhandel entwickelte sich im Jahresvergleich moderat. Die Exporte stiegen real um 0,3 %. Gleichzeitig nahmen die realen Importe mit 1,7 % deutlich stärker zu, der daraus resultierende Außenbeitrag wirkte dämpfend auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum (siehe Tabelle 4).
Der BIP-Deflator, also das Verhältnis der Wirtschaftsleistung zu laufenden Preisen und zu Vorjahrespreisen, lag im Jahr 2025 bei 103,2. Er zeigt die Veränderung des Preisniveaus der heimischen Produktion.
Anstieg des Arbeitnehmer:innenentgelts, Beschäftigung konstant
Im Gesamtjahr 2025 ergab sich ein Zuwachs von 3,8 % beim Arbeitnehmer:innenentgelt. Die geleisteten Arbeitsstunden lagen um 0,5 % über denen des Vorjahres. Die Anzahl der Beschäftigten stagnierte 2025 im Vergleich zum Vorjahr (0,0 %), genauso wie die Anzahl der unselbstständig Beschäftigten (0,0 %), während die Selbstständigen im Vergleich zu 2024 um 0,4 % zulegten (siehe Tabelle 5).
Stagnierende Entwicklung im 4. Quartal 2025
Saison- und kalenderbereinigt lag im 4.°Quartal 2025 die Wirtschaftsleistung auf dem Niveau des 3. Quartals. Verglichen mit dem 4. Quartal 2024 stieg das BIP im 4. Quartal 2025 um 0,6 %. Im Vergleich zum Vorquartal zeigen sich saison- und kalenderbereinigt andere Entwicklungen als im Jahresvergleich. Die Herstellung von Waren ging im 4. Quartal 2025 um 0,8 % im Vergleich zum starken 3. Quartal zurück. Die Wirtschaftsleistung der Beherbergung und Gastronomie stieg im 4. Quartal deutlich um 3,3 %, und der Bereich öffentliche Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen wuchs um 0,8 %.
Während der gesamte Konsum im 4. Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal stagnierte (0,0 %), gab es einen geringen Zuwachs beim Konsum privater Haushalte (0,2%), und der öffentliche Konsum verzeichnete zum ersten Mal seit dem 4. Quartal 2023 real einen leichten Rückgang (−0,4 %) zum Vorquartal. Die Bruttoanlageinvestitionen sanken um 2,1 % zum Vorquartal, obwohl im Jahresvergleich positive Impulse davon ausgingen. Ein ähnliches Muster ist bei der Herstellung von Waren erkennbar. Da die Importe (−0,7 %) stärker zurückgingen als die Exporte (−0,1 %) trug der Außenbeitrag leicht positiv zum Wirtschaftswachstum im Vorquartalsvergleich bei.