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Österreich 2025 mit negativer Handelsbilanz

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Importe im Vergleich zu 2024 gestiegen, Exporte gesunken; höchster Handelsbilanzüberschuss mit den Vereinigten Staaten

Import- und Export-Schilder auf einer Österreich Landkarte
(c) AdobeStock_c.alexlmx 2018

Im Jahr 2025 wurden laut vorläufigen Ergebnissen von Statistik Austria Waren im Wert von 196,72 Mrd. Euro nach Österreich importiert, um 4,1 % mehr als 2024. Im gleichen Zeitraum wurden Waren im Wert von 190,14 Mrd. Euro exportiert, um 0,5 % weniger als im Jahr davor. Daraus folgt ein Handelsbilanzdefizit von 6,58 Mrd. Euro, nach einem Aktivum von 2,19 Mrd. Euro im Jahr 2024.

 

„2025 stiegen Österreichs Importe um 4,1 % auf 196,72 Mrd. Euro, während die Exporte um 0,5 % auf 190,14 Mrd. Euro zurückgingen. Der Einfuhrüberschuss entspricht dem langfristigen Bild der letzten 30 Jahre. Der Warenhandel mit den EU-Partnerländern blieb insgesamt weitgehend ausgeglichen. Rund zwei Drittel aller österreichischen Im- und Exporte entfielen erneut auf den EU-Binnenmarkt. Deutschland behauptete auch 2025 seine Rolle als wichtigster Handelspartner. Der zweitwichtigste Handelspartner im Hinblick auf die Exporte blieb die USA, obwohl es verglichen mit 2024 hier einen Rückgang um mehr als ein Fünftel gab. Nachdem sich die Importe aus den Vereinigten Staaten jedoch weiterhin auf deutlich niedrigerem Niveau als die Exporte bewegten, hatte Österreich mit den USA den höchsten Handelsbilanzüberschuss. Bei den Importen war Österreichs zweitwichtigster Handelspartner erneut China“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

 

Den höchsten Handelsbilanzüberschuss mit einem Partnerland hatte Österreich im Jahr 2025 mit den Vereinigten Staaten (Bilanz: +5,19 Mrd. Euro), mit einigem Abstand gefolgt vom Vereinigten Königreich (Bilanz: +2,94 Mrd. Euro) und Ungarn (Bilanz: +2,20 Mrd. Euro). Das größte Handelsbilanzdefizit wies der Handel mit China (Bilanz: −12,54 Mrd. Euro) auf, gefolgt von Deutschland (Bilanz: −7,26 Mrd. Euro).

 

Auf Produktebene gab es das größte Aktivum bei bearbeiteten Waren (Bilanz: +9,39 Mrd. Euro) und – mit großem Abstand – Maschinen und Fahrzeugen (Bilanz: +2,90 Mrd. Euro). Mehr importiert als exportiert wurde hingegen vor allem bei sonstigen Fertigwaren (Bilanz: −9,40 Mrd. Euro) sowie Brennstoffen und Energie (Bilanz: −7,63 Mrd. Euro).

 

Jedes Einzelmonat wies 2025 eine negative Handelsbilanz auf. Das größte Handelsbilanzdefizit zeigte sich im Dezember (Bilanz: −1,30 Mrd. Euro). Die stärksten – und einzigen – Abnahmen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat ergaben sich importseitig im August (−0,9 %). Bei den Exporten gab es im Februar (−5,2 %) die stärkste Abnahme (siehe Tabelle 1).

 

Maschinen und Fahrzeuge: leichte Importzunahmen, Export stagniert

 

Maschinen und Fahrzeuge waren mit einem Einfuhranteil von 34,5 % und einem Ausfuhranteil von 37,2 % auch 2025 wieder die bedeutendste Produktgruppe im österreichischen Außenhandel. Dabei stiegen die Importe um 3,4 % auf 67,89 Mrd. Euro, während die Exporte mit −0,2 % auf 70,79 Mrd. Euro beinahe stagnierten. Die weiteren wertmäßig stärksten Produktgruppen bei den Exporten waren bearbeitete Waren (−0,2 % auf 37,83 Mrd. Euro), chemische Erzeugnisse (−9,0 % auf 30,24 Mrd. Euro) und sonstige Fertigwaren (+0,8 % auf 19,14 Mrd. Euro). 83,1 % der österreichischen Ausfuhren konzentrierten sich 2025 auf diese 4 Produktgruppen.

 

Bei der Hälfte aller Produktgruppen stiegen die Exporte, dabei verzeichneten andere Waren (+73,1 % auf 4,52 Mrd. Euro) die größten Zunahmen. Auch importseitig zeigte diese Produktgruppe die größten Zunahmen (+139,2 % auf 4,75 Mrd. Euro). Bei den Importen entwickelten sich nur 2 Produktgruppen rückläufig: Rohstoffe (−2,5 % auf 6,99 Mrd. Euro) und vor allem – mit den größten Importabnahmen – Brennstoffe und Energie (−10,7 % auf 12,56 Mrd. Euro). Innerhalb dieser Produktgruppe wies vor allem die Untergruppe Erdöl und Erdölprodukte eine hohe Wertabnahme (−11,1 %) gegenüber 2024 auf, während die Importmenge im gleichen Zeitraum um knapp 1,6 % anstieg. Bei der Untergruppe Gas ging der Importwert um knapp ein Drittel (−32,9 %) zurück, die importierte Menge sank um 37,9 % (siehe Tabelle 3).

 

Zwei Drittel des österreichischen Außenhandels mit EU-Ländern abgewickelt

 

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Jahr 2025 Waren im Wert von 128,73 Mrd. Euro (+2,6 %). Der Wert der in diese Länder exportierten Waren verzeichnete mit +0,6 % eine Zunahme gegenüber 2024 und betrug 128,95 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzaktivum mit der Europäischen Union belief sich auf 0,22 Mrd. Euro, nach 2,68 Mrd. Euro im Jahr 2024. Rund zwei Drittel des österreichischen Außenhandels (Intra-EU-Importe: 65,4 %, Intra-EU-Exporte: 67,8 %) wurden mit den EU Mitgliedstaaten abgewickelt. Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zu 2024 bei den Importen (+7,1 % auf 67,99 Mrd. Euro) eine Zunahme, bei den Exporten (−2,9 % auf 61,19 Mrd. Euro) eine Abnahme. Dadurch erhöhte sich das Handelsbilanzdefizit mit Drittstaaten von 0,49 Mrd. Euro im Jahr 2024 auf 6,80 Mrd. Euro. Rund ein Drittel des österreichischen Außenhandels (Extra-EU-Importe: 34,6 %, Extra-EU-Exporte: 32,2 %) wurde mit Partnerländern abgewickelt, die keine EU-Mitgliedstaaten sind (siehe Tabelle 2).

 

Wichtigste Partnerländer im österreichischen Außenhandel

 

Der Großteil des österreichischen Import-Export-Geschehens konzentrierte sich 2025 auf einige zentrale Handelspartner Österreichs. Mit den jeweils 10 wichtigsten Partnerländern je Verkehrsrichtung wurden 72,0 % der Importe und 68,3 % der Exporte abgewickelt – insgesamt waren in diesem Ranking 7 EU-Länder und 4 Drittstaaten vertreten. Abgesehen von Liechtenstein, Slowenien und der Slowakei zählten alle Nachbarländer Österreichs in beiden Verkehrsrichtungen zu den Top-10-Partnerländern. Bei 8 der 10 bedeutendsten Ausfuhrpartnerländer stand die Produktgruppe Maschinen und Fahrzeuge an der Spitze. Einfuhrseitig war es ähnlich, wobei neben der Produktgruppe Maschinen und Fahrzeuge nur noch chemische Erzeugnisse (Schweiz, Vereinigte Staaten und Niederlande) an erster Stelle standen (siehe Tabellen 4.1 und 4.2).

 

Österreichs Außenhandel mit Deutschland

 

Deutschland war auch im Jahr 2025 wieder der wichtigste Handelspartner Österreichs. Im Export fand es sich mit einem Exportanteil von 29,5 % (56,08 Mrd. Euro) vor den Vereinigten Staaten, auf der Importseite mit einem Importanteil von 32,2 % (63,34 Mrd. Euro) vor China. Im Vergleich zu 2024 erhöhten sich die Importe wertmäßig um 4,1 %; die Exportwerte gingen um 1,2 % zurück. Die Produktgruppe Maschinen und Fahrzeuge (+3,3 % auf 22,78 Mrd. Euro) mit einem Anteil von 36,0%, darunter in erster Linie die Untergruppe Straßenfahrzeuge, dominierte die Importe. Der Großteil der österreichischen Exporte nach Deutschland (Anteil: 38,9 %) betraf 2025 ebenfalls Maschinen und Fahrzeuge (+1,8 % auf 21,83 Mrd. Euro), gefolgt von bearbeiteten Waren (−0,3 % auf 12,09 Mrd. Euro). Wie auch im Jahr zuvor wies der Handel mit Deutschland, nach China, die zweithöchste negative Handelsbilanz auf (Bilanz: −7,26 Mrd. Euro). Erdöl und Erdölprodukte (Bilanz: −2,33 Mrd. Euro) sowie Straßenfahrzeuge (Bilanz: −2,20 Mrd. Euro) trugen unter anderem zu diesem Ergebnis bei.

 

Österreichs Außenhandel mit den Vereinigten Staaten

 

Die Vereinigten Staaten waren in den vergangenen 15 Jahren immer unter den 7 wichtigsten Handelspartnern Österreichs. Mit einem Importanteil von 3,9 % (7,73 Mrd. Euro) nahm dieses Land 2025 Platz 6 ein, nach dem 5. Platz im Jahr zuvor. Die Produktgruppe chemische Erzeugnisse dominierte die Importe (Anteil: 48,0 %). Im Vergleich zu 2024 erhöhte sich der Wert der Importe minimal (+0,1 %), während der Exportwert hingegen um über ein Fünftel einbrach (−20,4 %). Der Exportanteil der Vereinigten Staaten am Gesamtexport von Österreich lag bei 6,8 %. Somit waren die Vereinigten Staaten nach Deutschland weiterhin der zweitwichtigste Exportpartner für Österreich. Mehr als die Hälfte (Anteil: 52,2 %) der österreichischen Exporte in die Vereinigten Staaten betraf 2025 Maschinen und Fahrzeuge (−11,3 % auf 6,75 Mrd. Euro), gefolgt von chemischen Erzeugnissen, welche einen Rückgang um beinahe die Hälfte zum Wert des Jahres 2024 (−46,5 % auf 2,73 Mrd. Euro) verzeichneten. Für das, wie auch bereits 2024, höchste Handelsbilanzaktivum (Bilanz: +5,19 Mrd. Euro) mit einem Partnerland war hier in erster Linie der Handel mit Kraftmaschinen (Bilanz: +1,37 Mrd. Euro) sowie mit Arbeitsmaschinen (Bilanz: +0,94 Mrd. Euro) verantwortlich.

 

Österreichs Außenhandel mit der Russischen Föderation

 

Mit einem Importanteil von 0,03 % (0,07 Mrd. Euro) nahm die Russische Föderation 2025 nur mehr Platz 75 unter Österreichs Handelspartnern ein, nach dem 18. Platz im Jahr zuvor. Die Produktgruppe bearbeitete Waren dominierte die Importe (Anteil: 66,8 %). Der Handel mit Brennstoffen und Energie spielte hier hingegen kaum mehr eine Rolle und brach beinahe völlig ein (−99,8%; auf 0,004 Mrd. Euro). Somit gingen die Importe aus diesem Land im Vergleich zu 2024 beinahe vollständig zurück (−97,3 %); die Exportwerte gingen in weitaus geringerem Ausmaß (−8,1 %) zurück. Der Exportanteil war 2025 höher als der Importanteil und lag mit 0,91 Mrd. Euro bei 0,5 %. Der Großteil der österreichischen Exporte nach Russland (Anteil: 63,2 %) betraf 2025 chemische Erzeugnisse (+10,6 % auf 0,58 Mrd. Euro), gefolgt von Nahrungsmitteln (−10,2 % auf 0,15 Mrd. Euro).

 

Dezember 2025: Zunahmen bei Importen und Exporten

 

Im Dezember 2025 lag der vorläufige Wert der Importe von Waren bei 15,72 Mrd. Euro, das entspricht einer Zunahme von 13,1 % gegenüber Dezember 2024. Gleichzeitig stiegen auch die Exporte von Gütern um 6,2 % auf 14,42 Mrd. Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum in Höhe von 1,30 Mrd. Euro aus. Vor allem die Entwicklung des Handels mit Deutschland (Bilanz: −1,21 Mrd. Euro) und mit China (Bilanz: −1,20 Mrd. Euro) trugen hierzu bei. Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im Dezember 2025 Waren im Wert von 10,14 Mrd. Euro, Waren im Wert von 9,44 Mrd. Euro wurden in diese Länder exportiert. Gegenüber Dezember 2024 stiegen die Intra-EU-Importe um 11,0 %, wohingegen die Intra-EU-Exporte um 5,5 % zunahmen. Dies führte zu einer negativen Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,71 Mrd. Euro. Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im Dezember 2025 auf 5,58 Mrd. Euro und erhöhten sich somit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,1 %; die Extra-EU-Exporte stiegen um 7,5 % auf 4,98 Mrd. Euro. Das daraus resultierende Passivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,59 Mrd. Euro (siehe Tabelle 5).

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