5 der 9 österreichischen Bundesländer wiesen im Jahr 2025 laut vor läufigen Daten von Statistik Austria niedrigere Exportwerte als im Vorjahr auf. Bei den Importen verzeichneten hingegen 7 Bundesländer Zuwächse. Während Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg in beide Handelsrichtungen höhere Werte als im Vorjahr aufwiesen, blieb die Entwicklung in den übrigen Bundesländern von Exportrückgängen geprägt.
„Die regionale Außenhandelsentwicklung des Jahres 2025 war in den meisten österreichischen Bundesländern von einer stagnierenden oder leicht rückläufigen Exportdynamik geprägt. In 5 Bundesländern lagen die Ausfuhren unter dem Niveau des Vorjahres, darunter auch exportstarke Regionen wie Oberösterreich und die Steiermark. Dennoch behauptete Oberösterreich seine Rolle als exportstärkstes Bundesland und wies erneut den höchsten Handelsbilanzüberschuss auf“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Den stärksten prozentuellen Exportrückgang im Vergleich zum Jahr 2024 verzeichnete das Burgenland (−6,7 % bzw. −0,19 Mrd. Euro), gefolgt von Wien (−3,4 % bzw. −1,03 Mrd. Euro), Oberösterreich (−2,1 % bzw. −1,00 Mrd. Euro), Niederösterreich (−1,1 % bzw. −0,31 Mrd. Euro) und der Steiermark (−1,0 % bzw. −0,27 Mrd. Euro). Ausfuhrzuwächse zeigten sich in Tirol (+5,7 % bzw. +0,94 Mrd. Euro), Kärnten (+5,1 % bzw. +0,48 Mrd. Euro), Salzburg (+1,9 % bzw. +0,24 Mrd. Euro) und Vorarlberg (+0,7 % bzw. +0,10 Mrd. Euro).
Auf der Importseite verzeichneten 7 Bundesländer Zuwächse. Tirol wies den stärksten prozentuellen An stieg auf (+14,7 % bzw. +2,12 Mrd. Euro), während Wien den stärksten wertmäßigen Anstieg registrierte (+9,2 % bzw. +4,33 Mrd. Euro). Rückgänge bei den Einfuhren wiesen lediglich das Burgenland (−1,1 % bzw. −0,04 Mrd. Euro.)
Oberösterreich erzielt höchsten Handelsbilanzüberschuss
5 Bundesländer erzielten 2025 einen Handelsbilanzüberschuss, exportierten also mehr Waren als sie importierten. Das höchste Aktivum hatte Oberösterreich mit 10,97 Mrd. Euro, gefolgt von der Steiermark mit 7,36 Mrd. Euro und Vorarlberg mit 4,00 Mrd. Euro) und Oberösterreich (−0,7 % bzw. −0,25 Mrd. Euro) auf (siehe Tabelle 1).
Knapp ein Viertel der österreichischen Warenexporte (47,27 Mrd. Euro bzw. 24,9 %) entfiel 2025 auf Oberösterreich. Wien war mit 29,75 Mrd. Euro bzw. 15,6 % das Bundesland mit den zweithöchsten Ausfuhrwerten, gefolgt von Niederösterreich mit 28,34 Mrd. Euro bzw. 14,9 % und der Steiermark (28,24 Mrd. Euro bzw. 14,9 %). Wien wies mit 51,50 Mrd. Euro (26,2 %) zudem den höchsten Importanteil aller Bundesländer auf und verzeichnete mit 21,75 Mrd. Euro das größte Passivum in der Handelsbilanz.
Maschinen und chemische Erzeugnisse dominieren den Außenhandel
In der Mehrheit der Bundesländer bildete der Handel mit Maschinen, Kesseln und mechanischen Geräten import- und exportseitig die wichtigste Warengruppe. In Wien waren pharmazeutische Erzeugnisse bei den Importen (Anteil: 16,3 %) und Exporten (Anteil: 31,1 %) von größter Bedeutung. In Tirol dominierten eben falls die Ausfuhren von pharmazeutischen Erzeugnissen mit einem Anteil von 21,8 % an den gesamten Exporten des Bundeslands. Mineralische Brennstoffe stellten das wichtigste Importgut in Niederösterreich dar (Anteil: 15,8 %; siehe Tabelle 2).
Starke Zuwächse bei einzelnen Warengruppen
Deutliche Entwicklungen gab es bei den prozentuellen Veränderungen mancher Warengruppen. Importseitig verzeichnete Tirol Zuwächse bei organischen chemischen Erzeugnissen (+59,2 %) sowie bei pharmazeutischen Erzeugnissen (+62,0 %). In Wien stiegen die Exporte in der Warengruppe Perlen, Edelsteine und Edelmetalle um 56,2 %. Weitere nennenswerte Anstiege zeigten sich im Burgenland bei den Einfuhren von mineralischen Brennstoffen und Mineralölen (+32,0 %) sowie in Tirol bei den Ausfuhren von Kupfer und Kupferwaren (+29,1 %).
Deutschland bleibt für alle Bundesländer der wichtigste Handelspartner Deutschland war im Jahr 2025 weiterhin für alle österreichischen Bundesländer der bedeutendste Handelspartner. Bei den Exporten nach Deutschland verzeichnete Oberösterreich, das Bundesland mit dem höchsten Ausfuhrvolumen dorthin, einen leichten Rückgang (−1,2 %). Die Importe aus dem Nachbarland entwickelten sich regional unterschiedlich: Während sie in Wien (+19,0 %) und Salzburg (+3,2 %) anstiegen, gingen sie im Burgenland (−4,9 %) und in der Steiermark (−3,7 %) zurück.
Abseits von Deutschland kam es bei den Tiroler Importen zu einer markanten Verschiebung: Die Einfuhren aus der Schweiz stiegen deutlich, wodurch diese zum zweitwichtigsten Importpartner des Bundeslands aufstieg.