„Die Inflation in Österreich ist im Dezember 2025 erstmals seit Juli wieder unter die 4-Prozent-Marke gefallen und lag bei 3,8 %. Der geringere Anstieg im Dezember geht vor allem auf Treibstoffe zurück, die sich im Jahresabstand verbilligt haben und nach 3 Monaten wieder preisdämpfend wirkten. Die stärksten Preistreiber waren nach wie vor Strom und Dienstleistungen. Bei Nahrungsmitteln beschleunigte sich der Preisauftrieb zu Jahresende“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Ohne Verbilligungen bei Treibstoffen und Heizöl läge die Inflation bei 4,0 %
Im Bereich Wohnung, Wasser, Energie fiel die Teuerung im Dezember 2025 mit durchschnittlich +6,5 % (Einfluss: +1,33 Prozentpunkte) weniger stark aus als im November (+6,7 %; Einfluss: +1,35 Prozentpunkte) und erwies sich als wichtigster Treiber der Inflation im Jahresvergleich. Ausschlaggebend dafür blieben die Preise für Haushaltsenergie, die sich mit +16,5 % (Einfluss: +0,84 Prozentpunkte) etwas weniger kräftig verteuerten als im November (+17,0 %; Einfluss: +0,86 Prozentpunkte). Dazu trugen überwiegend die Heizölpreise bei, die sich um 1,4 % verbilligten (Einfluss: −0,01 Prozentpunkte), nachdem sie sich im November noch um 4,2 % verteuert hatten (Einfluss: +0,03 Prozentpunkte). Im Gegensatz dazu stiegen die Strompreise nahezu unverändert dynamisch (Dezember: +41,9 %, Einfluss: +0,77 Prozentpunkte; November: +41,4 %, Einfluss: +0,76 Prozentpunkte). Seit Jahresbeginn 2025 wirken die Strompreisbremse, der Netzkostenzuschuss für GIS-befreite Haushalte sowie der Stromkostenergänzungszuschuss für Haushalte mit mehr als 3 Personen nicht mehr preisdämpfend, die Netzentgelte und die Elektrizitätsabgabe wurden erhöht und die Erneuerbaren-Förderpauschale sowie der Erneuerbaren-Förderbeitrag wieder eingeführt. Auch die Gaspreise verteuerten sich ähnlich stark wie im Vormonat (Dezember: +3,5 %, November: +3,4 %). Bei der Fern[1]wärme blieben die Preise konstant moderat (Dezember und November: jeweils +1,7 %). Die Preise für feste Brennstoffe hingegen legten mit +4,6 % etwas deutlicher zu als im November (+3,5 %). Die Mieten (inkl. Neuvermietungen) wurden um 4,1 % angehoben (Einfluss: +0,22 Prozentpunkte), etwas weniger stark als im November (+4,5 %; Einfluss: +0,24 Prozentpunkte). Die Preise für die Instandhaltung von Wohnungen hingegen stiegen mit +2,6 % (Einfluss: +0,16 Prozentpunkte) etwas stärker als im November (+2,3 %, Einfluss: +0,15 Prozentpunkte).
Die Teuerung in Restaurants und Hotels fiel im Dezember mit durchschnittlich +5,5 % (Einfluss: +0,74 Pro[1]zentpunkte) weniger stark aus als im November (+5,9 %; Einfluss: +0,79 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren Bewirtungsdienstleistungen, die sich mit +5,5 % (Einfluss: +0,65 Prozentpunkte) weniger aus[1]geprägt verteuerten als im November (+6,0 %, Einfluss: +0,70 Prozentpunkte). Auch die Preise für Beherbergungsdienstleistungen stiegen mit +4,8 % (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte) weniger kräftig als im November (+5,1 %; Einfluss: +0,08 Prozentpunkte).
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 3,9 % (Einfluss: +0,46 Pro[1]zentpunkte) und damit stärker als im November (+3,6 %; Einfluss: +0,42 Prozentpunkte). Dazu trugen über[1]wiegend die Nahrungsmittel bei, deren Preise mit +3,4 % (Einfluss: +0,36 Prozentpunkte) kraftvoller zulegten als im November (+3,1 %; Einfluss: +0,33 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür war die Preisentwicklung von Gemüse (Dezember: +2,3 %, Einfluss: +0,03 Prozentpunkte; November: −0,8 %, Einfluss: −0,01 Prozentpunkte). Die Preise für Fleisch stiegen um 6,8 % (Einfluss: +0,17 Prozentpunkte) und jene für Milch, Käse und Eier um 6,9 % (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich um 2,4 % (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte). Obst kostete um 0,2 % mehr. Öle und Fette hingegen wiesen ein Minus von 14,6 % auf (Einfluss: −0,06 Prozentpunkte). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 7,6 % (Einfluss: +0,10 Prozentpunkte), deutlicher als im November (+6,8 %; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür war die Preisentwicklung von Kaffee (Dezember: +19,3 %, Einfluss: +0,09 Prozentpunkte; November: +18,1 %, Einfluss: +0,08 Prozentpunkte).
Die Teuerung für verschiedene Waren und Dienstleistungen blieb im Dezember 2025 mit +4,5 % genau gleich hoch wie im November (Einfluss Dezember und November: +0,38 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren Versicherungen, die wie im November um 4,9 % zulegten (Einfluss Dezember und November: +0,19 Prozentpunkte). Die Kosten für Körperpflege stiegen um 2,2 %, ähnlich stark wie im November (+2,1 %; Einfluss Dezember und November: +0,05 Prozentpunkte).
Die Preise für Verkehr wurden durchschnittlich um 2,1 % angehoben (Einfluss: +0,30 Prozentpunkte), weniger kräftig als im November (+2,6 %, Einfluss: +0,38 Prozentpunkte). Dazu trugen vor allem die Treibstoffe bei, deren Preise im Dezember um 1,4 % zurückgingen (Einfluss: −0,05 Prozentpunkte), nachdem sie im November noch um 2,5% erhöht worden waren (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Im Gegensatz dazu beschleunigte sich bei Flugtickets der Preisauftrieb (+8,0 %, Einfluss: +0,05 Prozentpunkte; November: +1,3 %, Einfluss: +0,01 Prozentpunkte). Die Preise für gebrauchte Kraftwagen stiegen um 6,4 % (Einfluss: +0,12 Pro[1]zentpunkte), neue Pkw hingegen waren preisstabil (±0,0 %). Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 4,1 % (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte).
Bei Freizeit und Kultur gab es durchschnittliche Preiszuwächse von 2,4 % (Einfluss: +0,25 Prozentpunkte), damit fiel die Teuerung hier deutlich weniger kräftig aus als im November (+3,0 %; Einfluss: +0,31 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren die Preise für Pauschalreisen, die mit +2,4 % (Einfluss: +0,05 Pro[1]zentpunkte) weniger deutlich als im November stiegen (+4,9 %; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Freizeit[1]und Kulturdienstleistungen hingegen kosteten mit +4,1 % (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte) etwas mehr als im November (+3,8 %; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte).
Preisniveau von November 2025 auf Dezember 2025 im Schnitt um 0,3 % gestiegen
Als Hauptpreistreiber im Vergleich zum Vormonat November 2025 erwiesen sich saisonal bedingte Preis[1]anstiege bei Flugpauschalreisen (durchschnittlich +14,4 %; Einfluss: +0,24 Prozentpunkte). Hauptpreisdämpfer im Vergleich zum Vormonat waren billigere Treibstoffe (durchschnittlich −2,8 %; Einfluss: −0,10 Prozentpunkte).
Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Dezember 2025 bei 3,8 % Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Dezember 2025 bei 141,09 (November 2025 revidiert: 140,37). Die harmonisierte Inflationsrate betrug 3,8 % (November 2025: 4,0 %) und war damit gleich hoch wie die des VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik) führten in einzelnen Ausgaben.
Teuerung des täglichen und wöchentlichen Einkaufs niedriger als die Gesamtinflation
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der den täglichen Einkauf widerspiegelt und überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, stieg im Dezember im Jahresabstand um 1,1 %. Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe beinhaltet, stieg im Jahresvergleich um 2,2 %.