Im Jänner 2026 lag der Verbraucherpreisindex (VPI 2025, Basis 2025=100) laut Statistik Austria bei 100,6 Punkten. Die Preise waren damit im Schnitt um 2,0 % höher als ein Jahr zuvor. Im Vergleich der Indexstände zum Vormonat Dezember 2025 sank das durchschnittliche Preisniveau in Österreich um 0,7 %.
„Wie in der Schnellschätzung erwartet, lag die Inflation im Jänner 2026 bei 2,0 %, nach 3,8 % im Dezember 2025. So niedrig war die Teuerungsrate zuletzt im Dezember 2024. Effekte der Strompreisentwicklung senkten die Inflation um einen ganzen Prozentpunkt. Im Jänner 2025 waren die Preise aufgrund des Wegfalls der Strompreisbremse stark erhöht worden, im Jahresvergleich kam es im Jänner 2026 nicht nur durch diesen Basiseffekt, sondern auch durch gesenkte Elektrizitätsabgaben zu deutlichen Rückgängen. Zusätzlich dämpften Treibstoffe und Heizöl die Inflation noch stärker als zuletzt. Außerdem schwächte sich der Preisauftrieb in vielen Bereichen ab, insbesondere bei Dienstleistungen und Nahrungsmitteln“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Mit dem Jahr 2026 wurde der Warenkorb des VPI und des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – für die EU unter der Federführung von Eurostat – auf die neue Klassifikation ECOICOP vers.2 (COICOP18) umgestellt. Gleichzeitig wurde die 5-jährliche Revision des Warenkorbs durchgeführt und eine neue Basis 2025=100 erstellt (siehe Information zur (H)VPI-Revision).
Mithilfe neuester Informationen über die Ausgabenstruktur privater Haushalte in Österreich, vor allem aus der Konsumerhebung 2024/25, die am 4. März 2026 im Rahmen eines Pressegesprächs präsentiert wird, wurde die Gewichtungsstruktur des Verbraucherpreisindex aktualisiert. Bis 2025 basierten die Warenkorbanteile maßgeblich auf den Ergebnissen der Konsumerhebung 2019/20. Ohne diese umfassende Warrenkorbaktualisierung wäre die Veränderungsrate zum Vorjahrjahresmonat im Jänner 2026 auf Basis einer veralteten Gewichtungsstruktur um etwa 0,1 Prozentpunkte höher gewesen.
Ohne Preisentwicklung von Strom läge die Inflation bei 3,0 %
Die Preise für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen stiegen durchschnittlich um 4,9 % (Einfluss: +0,68 Prozentpunkte), weniger ausgeprägt als im Dezember (+5,5 %; Einfluss: +0,73 Prozentpunkte) und erwiesen sich als bedeutendster Treiber der Inflation im Jahresvergleich. Dabei erhöhten sich die Preise für Gastronomiedienstleistungen mit +5,4 % (Einfluss: +0,62 Prozentpunkte) kaum weniger stark als im Dezember (+5,5 %; Einfluss: +0,65 Prozentpunkte). Bei Beherbergungsdienstleistungen schwächte sich der Preisauftrieb deutlicher ab (+3,8 %, Einfluss: +0,06 Prozentpunkte; Dezember: +4,8 %, Einfluss: +0,09 Pro[1]zentpunkte).
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 2,6 % (Einfluss: +0,30 Prozentpunkte) deutlich weniger kräftig als im Dezember (+3,9 %; Einfluss: +0,46 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren Nahrungsmittel, deren Preise mit +2,2 % (Einfluss: +0,24 Prozentpunkte) wesentlich weniger stark angehoben wurden als im Dezember (+3,5 %; Einfluss: +0,37 Prozentpunkte). Dazu trug ein geringerer Anstieg der Fleischpreise bei (+4,9 %, Einfluss: +0,12 Prozentpunkte; Dezember: +6,5 %, Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Auch Milch und Eier wiesen geringere Teuerungsraten auf (+4,9 %; Dezember: +6,9 %). Für Getreide und Getreideerzeugnisse musste um 1,8 % mehr bezahlt werden. Noch moderater verteuerten sich Gemüse (+1,3 %) und Obst (+0,4 %). Speisefette und -öle erwiesen sich als noch stärkere Preisdämpfer als zuletzt (−19,3 %; Dezember: −14,6 %). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich durch[1]schnittlich um 4,6 % (Einfluss: +0,06 Prozentpunkte), weniger dynamisch als im Dezember (+7,3 %, Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür blieb die Preisentwicklung von Kaffee und Kaffeemitteln (+15,2%, Einfluss: +0,07 Prozentpunkte; Dezember: +19,3 %, Einfluss: +0,09 Prozentpunkte)
Für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe stiegen die Preise durchschnittlich um 1,0 % (Einfluss: +0,21 Prozentpunkte) und verloren damit an Dynamik (Dezember: +6,5 %; Einfluss: +1,33 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren die Preise für Haushaltsenergie, die im Jänner um 3,9 % fielen (Einfluss: −0,23 Prozentpunkte), nachdem sie im Dezember noch um 16,5 % zugelegt hatten (Einfluss: +0,84 Prozentpunkte). Dazu trug fast ausschließlich die Preisentwicklung von Strom bei. Seit Jänner 2025 hatte der Wegfall der Strompreisbremse, des Netzkostenzuschusses für GIS-befreite Haushalte und des Stromkostenergänzungszuschusses für Haushalte mit mehr als 3 Personen inflationstreibend gewirkt. Preis[1]treibend hatten auch die Erhöhung der Netzentgelte und der Elektrizitätsabgabe sowie die Wiedereinführung der Erneuerbaren-Förderpauschale und des Erneuerbaren-Förderbeitrags gewirkt. Im Vergleich zu den hohen Preisen von Jänner 2025 wirkte deshalb ein Basiseffekt, der, neben einem Rückgang insbesondere der Elektrizitätsabgabe aber auch des Erneuerbaren-Förderbeitrags ab Jänner 2026, zu einem Minus von 8,2 % führte (Einfluss: −0,21 Prozentpunkte), nach einem Plus von 41,9 % im Dezember (Einfluss: +0,77 Pro[1]zentpunkte). Auch die Gaspreise verbilligten sich im Jänner (−1,1 %; Dezember: +3,5 %). Beim Heizöl setzte sich der Trend fallender Preise fort (−9,4 %; Dezember: −1,4 %). Moderate Zuwächse hingegen verzeichneten feste Brennstoffe (+5,1 %; Dezember: +4,6 %) sowie die Fernwärme (+2,7 %; Dezember: +1,7 %). Die Mieten (inkl. Neuvermietungen) stiegen um 4,0 % (Einfluss: +0,21 Prozentpunkte), kaum weniger stark als im Dezember (+4,1 %; Einfluss: +0,22 Prozentpunkte). Die Preise für die Instandhaltung von Wohnungen hingegen wurden mit +2,2 % (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte) weniger stark angehoben als im Dezember (+2,6 %, Einfluss: +0,16 Prozentpunkte).
Die Teuerung für andere Waren und Dienstleistungen lag bei 4,3 %, gleich hoch wie im Dezember (Jänner und Dezember Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Die Gruppe andere Dienstleistungen (umfasst u. a. die Reisepass-Ausstellungsgebühr; +47,5 %) verteuerte sich um 10,0 % (Dezember: +9,8 %; Jänner und Dezember Einfluss: +0,06 Prozentpunkte). Die Preise für Körperpflege stiegen um 2,0 % (Dezember +2,2 %; Jänner und Dezember Einfluss: +0,05 Prozentpunkte).
Die Preise für Verkehr stiegen durchschnittlich um 0,2 % (Einfluss: +0,03 Prozentpunkte) und damit deutlich weniger kräftig als im Dezember (+2,2 %, Einfluss: +0,30 Prozentpunkte). Als ausschlaggebend dafür erwiesen sich die Treibstoffe, deren Preise um 6,5 % zurückgingen (Einfluss: −0,24 Prozentpunkte; Dezember −1,4%, Einfluss: −0,05 Prozentpunkte). Auch die Preisentwicklung von Flugtickets trug dazu bei (−6,1 %, Einfluss: −0,06 Prozentpunkte; Dezember +8,0%, Einfluss: +0,05 Prozentpunkte). Die Preise für gebrauchte Kraftwagen stiegen um 5,8 % (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte), für neue Pkw um 0,8 %. Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,8 % (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte).
Preisniveau von Dezember 2025 auf Jänner 2026 im Schnitt um 0,7 % gesunken
Hauptpreisdämpfer im Vergleich zum Vormonat Dezember 2025 waren Pauschalreisen (durchschnittlich −12,7 %; Einfluss: −0,34 Prozentpunkte), wobei es sich hier um einen saisonalen Effekt von höheren Preisen für Urlaube in den Weihnachtsferien handelt, der jährlich zu beobachten ist. Als Hauptpreistreiber im Ver[1]gleich zum Vormonat erwiesen sich Preisanstiege beim Index für Tarife und Gebühren (durchschnittlich +1,6 %; Einfluss: +0,13 Prozentpunkte).
Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Jänner 2026 bei 2,0 %
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2025) lag im Jänner 2026 bei 100,65 (Dezember 2025: 101,50). Die harmonisierte Inflationsrate betrug 2,0 % (Dezember 2025, Basis 2015: 3,8 %) und war damit gleich hoch wie die des VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik) führten in einzelnen Ausgabengruppen zu unterschiedlichen Veränderungsraten und Einflüssen, die sich jedoch insgesamt ausglichen.
Teuerung des täglichen und wöchentlichen Einkaufs niedriger als die Gesamtinflation
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der den täglichen Einkauf widerspiegelt und überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält, stieg im Jänner im Jahresabstand um 0,4 %. Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresvergleich um 0,9 %.