Im Jahr 2026 werden in Österreich einer Schätzung von Statistik Austria zufolge rund 17,6 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Die Forschungsquote, also der Anteil der F&E-Ausgaben am nominellen Bruttoinlandsprodukt (BIP), beträgt voraussichtlich 3,34 % und ist damit etwas geringer als 2025, bleibt aber auf hohem Niveau.
„Heuer wird Österreich geschätzt etwa 17,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Das entspricht 3,34 % der Wirtschaftsleistung. Damit ist die Forschungsquote gegenüber dem Höchstwert von 3,39 % im Jahr 2025 leicht gesunken und liegt nun wieder auf dem Niveau von 2024, das ebenfalls 3,34 % betragen hatte. Mit diesem Wert erreicht Österreich bei den Forschungsausgaben EU-weit Platz 3“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Der erwartete Rückgang der Forschungsquote 2026 im Vergleich zu 2025 lässt sich durch die Stagnation der Unternehmensfinanzierung und der öffentlichen Finanzierung für Forschung erklären. 2026 wird die staatliche Finanzierung für Forschung mit 4,8 Mrd. Euro annähernd gleich wie 2025 ausfallen. Die Finanzierung durch die Unternehmen steigt zwar nominell leicht an, dürfte aber geringer als die Steigerung der österreichischen Wirtschaftsleistung ausfallen.
Im Langzeitvergleich ist die Forschungsquote in Österreich deutlich gestiegen. 2006 betrug sie 2,38 %; 10 Jahre später wurde mit 3,13 % aber bereits zum dritten Mal nach den beiden Vorjahren 2014 und 2015 das EU-Ziel von 3 % erreicht.
Unternehmen finanzieren rund die Hälfte der Forschungsausgaben Die F&E-Ausgaben werden aus verschiedensten Quellen finanziert. Die heimischen Unternehmen finanzieren 2026 mit rund 8,9 Mrd. Euro rund 50 % der gesamten Forschungsausgaben. Darin enthalten sind allerdings auch mit 7 Prozentpunkten Begünstigungen durch die steuerliche Forschungsförderung über die Forschungsprämie, die dem statistischen Konzept nach aber als Unternehmensfinanzierung gewertet wird.
Vom Staat werden 2026 voraussichtlich fast 5,8 Mrd. Euro aufgewendet, was 33 % der gesamten F&E-Finanzierung 2026 ausmacht. Während die staatliche Forschungsförderung von 2024 auf 2025 um 9 % gestiegen ist, kommt es 2026 zu einem minimalen Rückgang von 1 %. Mit 4,8 Mrd. Euro stammt der größte Anteil vom Bund; die Bundesländer geben an, heuer rund 770 Mio. Euro für Forschung auszugeben.
2,9 Mrd. Euro (16 %) werden aus dem Ausland finanziert. Mehrheitlich sind das Finanzierungsströme innerhalb großer multinationaler Konzerne, deren österreichische Tochterunternehmen F&E betreiben.
Schweden, Belgien und Österreich haben EU-weit die höchsten Forschungsquoten
Auf europäischer Ebene stehen aktuell vorläufige Daten für das Jahr 2024 zur Verfügung. Mit 3,56 % ist die Forschungsquote in Schweden mit Abstand am höchsten, Belgien steht bei 3,36 %. Österreich (3,34 %) wies weiterhin die dritthöchste Forschungsquote innerhalb der EU auf. Die Forschungsquote Deutschlands lag bei 3,13 %. Die großen EU-Staaten Frankreich und Italien hatten 2024 mit 2,18 % bzw. 1,38 % Forschungsquoten, die unterhalb des Durchschnitts der EU-27 (2,24 %) lagen.
Bereits 2023 wiesen folgende für die EU wichtige Staaten durchwegs Forschungsquoten von über 3 % auf: Südkorea mit 4,94 %, USA und Japan mit jeweils 3,44 % und die Schweiz mit 3,10 %. Auch China lag 2023 mit einer Forschungsquote von 2,58 % deutlich über dem EU-27-Wert.