Zu Jahresbeginn 2024 lag die österreichische Wirtschaftsleistung laut vorläufigen Berechnungen von Statistik Austria real um 1,1 Prozent unter dem 1. Quartal des Vorjahres. Verglichen mit dem 4. Quartal 2023 stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) saison- und kalenderbereinigt um 0,1 Prozent, der BIP-Rückgang war dabei geringer als in den Vorquartalen.
„Österreichs Wirtschaft steckt nach wie vor in einer Rezession. Im 1. Quartal 2024 ging das Bruttoinlandsprodukt zum vierten Mal in Folge zurück und verringerte sich im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um 1,1 Prozent. Damit hat sich der Rückgang der Wirtschaftsleistung verlangsamt – in den Vorquartalen war die Wirtschaft noch bis zu 2,0 Prozent geschrumpft. Die rückläufige Wirtschaftsleistung geht in erster Linie auf Rückgänge in der Industrie und beim Großhandel zurück, gestützt wird die Wirtschaft vom privaten Konsum“, sagt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas im Rahmen der aktuellen Ausgabe der „Austrian Economic Barometer“-Pressekonferenz.
Rückgang der Wirtschaftsleistung schwächte sich im 1. Quartal ab
Seit vier Quartalen ist das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich rückläufig. Mit −1,1 Prozent im 1. Quartal 2024 ist der Rückgang schwächer als in den Vorquartalen (−1,6 Prozent Q4 2023; −2,0 Prozent Q3 2023 −1,7 Prozent Q2 2023). Für diesen Rückgang sind hauptsächlich die Herstellung von Waren (−5,9 Prozent), der Handel (−4,8 Prozent) sowie sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (−2,1 Prozent; etwa Arbeitskräfteüberlassung) verantwortlich. Der Bereich Beherbergung und Gastronomie verzeichnet zum ersten Mal nach den starken Corona-Aufholeffekten und den darauffolgenden inflationsbedingen Rückgängen ein leichtes Wachstum (+0,7 Prozent). Dennoch bleibt der Bereich deutlich unter Vor-Corona-Niveau.
Inflation sinkt langsamer als im Euroraum
Die Inflationsrate sank im April auf 3,5 Prozent und laut einer vorläufigen Schnellschätzung im Mai 2024 auf 3,3Prozent. Damit hält der Trend rückläufiger Teuerungsraten in Österreich an, der sich aber langsamer vollzieht als im Euroraum. Unter den 20 Euro-Ländern weist Österreich die fünfthöchste Inflationsrate auf, hinter Belgien, Kroatien, Portugal und Spanien.
Den stärksten Einfluss auf die Inflationsrate hatte im April 2024 die Gruppe Restaurants und Hotels (+7,6Prozent, Einfluss 0,991 Prozentpunkte), wobei die Preise für Bewirtung um 7,9Prozent (Einfluss: 0,897 Prozentpunkte) und für Beherbergung um 5,9Prozent (Einfluss: 0,094 Prozentpunkte) anstiegen. An zweiter Stelle liegt die Gruppe Wohnen, Wasser, Energie (+3,2 Prozent, Einfluss: 0,618 Prozentpunkte; Wohnungsmieten +7,9 Prozent, aber Gas −13,1Prozent, Fernwärme −16,3Prozent), gefolgt von verschiedenen Waren und Dienstleistungen (+5,4 Prozent, Einfluss: 0,468 Prozentpunkte; Versicherungen +7,5 Prozent, Körperpflege +4,1 Prozent).
Industrieumsätze seit mehr als einem Jahr rückläufig
Seit März 2023 verzeichnet der produzierende Bereich in Österreich Monat für Monat Umsatzeinbußen. Im April 2024 schwächte sich das Minus in Industrie und Bau jedoch deutlich ab und lag einer ersten Schätzung zufolge nur noch bei 2,0 Prozent verglichen mit dem April des Vorjahres. In der Industrie ging der Umsatz um 2,6 Prozent zurück, während sich für den Bau ein Plus von 1,8 Prozent ergab.
Gute Entwicklung im Tourismus stützt Konjunktur
Laut vorläufigen Ergebnissen wurden in der touristischen Wintersaison 2023/24 71,12 Mio. Nächtigungen und 19,99 Mio. Ankünfte in österreichischen Beherbergungsbetrieben registriert. Im Vergleich zum Winter 2022/23 stieg die Zahl der Nächtigungen damit um 2,6 Prozent, die Zahl der Gäste um 5,5 Prozent. Damit liegen die Nächtigungen um 2,5 Prozent unter dem Niveau des Vor-Pandemie-Winters 2018/19 mit 72,92 Mio. Nächtigungen.
Außenhandel zu Jahresbeginn 2024: Importe gehen zurück, Exporte legen zu
Nach den durchwachsenen Veränderungsraten im Vorjahr verzeichneten Österreichs Exporte in den ersten beiden Monaten 2024 einen leichten Anstieg, die Importe waren im Vergleich zu Jänner und Februar im Vorjahr weiterhin rückläufig. Im Jänner und Februar 2024 lagen die Importe um 13,0 Prozent unter und die Exporte um 3,1 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Beim Vergleich mit dem Vor-Corona-Niveau vom Februar 2019 zeigen sich im Februar 2024 Zuwächse von 16,3 Prozent bei Importen und 28,5 Prozent bei Exporten.