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Importe und Exporte im März und im 1. Quartal 2024 stark rückläufig

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Positive Handelsbilanz: Exporte übersteigen erneut Importe

Links und rechts Geschäftstätigkeiten mit Laptop, Mittig LKW, Gappelstappler und Flugzeut mit Containern
(c) AdobeStock

März 2024: Österreich deutlich weniger exportiert und importiert

Im März 2024 sank der Wert der Exporte laut vorläufiger Ergebnisse von Statistik Austria im Vergleich zu März 2023 um 17,5 Prozent auf 16,63 Mrd. Euro. Gleichzeitig sank auch der Wert der Warenimporte um 18,7 Prozent auf 16,04 Mrd. Euro. Daraus ergab sich ein Handelsbilanzaktivum von 0,59 Mrd. Euro.

„Der internationale Handel schwächelt. Im März 2024 hat Österreich deutlich weniger exportiert und importiert als noch vor einem Jahr. Da der Wert der Ausfuhren mit −17,5 Prozent auf 16,63 Mrd. Euro aber weniger stark gesunken ist als der Wert der Importe, der um 18,7 Prozent auf 16,04 Mrd. Euro einbrach, war die Handelsbilanz bereits den sechsten Monat in Folge positiv. Der Rückgang im März ist in erster Linie den deutlichen Abnahmen bei Ein- und Ausfuhren von Maschinen und Fahrzeugen geschuldet, der wichtigsten Warengruppe des österreichischen Außenhandels. Einen Rückgang sehen wir auch im Handel mit Deutschland, Österreichs mit Abstand wichtigstem Handelspartner. Im März hat Österreich um 14,6 Prozent weniger aus Deutschland importiert und die Ausfuhren nach Deutschland sind um 13,5 Prozent gesunken, wobei hier vor allem der Handel mit elektrischen Maschinen und Geräten mit einem Importminus von 30,8 Prozent und einem Exportrückgang von 21,1 Prozent kräftig nachgelassen hat“, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich im März 2024 Waren im Wert von 10,96 Mrd. Euro, während Waren im Wert von 11,03 Mrd. Euro in diese Länder exportiert wurden. Gegenüber März 2023 gingen die Intra-EU-Importe deutlich zurück (−14,9 Prozent), die Intra-EU-Exporte jedoch noch stärker (−21,2 Prozent). Dies führte zu einer positiven Handelsbilanz mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union in Höhe von 0,07 Mrd. Euro.

Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich im März 2024 auf 5,08 Mrd. Euro und gingen im Vergleich zum März 2023 um 25,8 Prozent zurück; die Extra-EU-Exporte sanken einstellig um 9,0 Prozent auf 5,60 Mrd. Euro. Das daraus entstandene Aktivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten lag bei 0,52 Mrd. Euro (siehe Tabelle 1).

Die vier bedeutendsten Produktgruppen im österreichischen Außenhandel – Maschinen und Fahrzeuge, bearbeitete Waren, chemische Erzeugnisse und sonstige Fertigwaren – verzeichneten zusammen ein Exportminus von 16,6 Prozent auf 14,24 Mrd. Euro. Die sonstigen Fertigwaren (−17,5 Prozent; −0,33 Mrd. Euro) erzielten hier die geringste Exportabnahme. Darauf folgte die Gruppe bearbeitete Waren (−14,8 Prozent; −0,58 Mrd. Euro).

Die höchsten absoluten Rückgänge im Export gab es bei Maschinen und Fahrzeugen (−15,9 Prozent; −1,19 Mrd. Euro), wobei die Untergruppe Arbeitsmaschinen hier besonders stark abnahm (−27,5 Prozent; −0,42 Mrd. Euro). Auch alle anderen Produktgruppen zeigten in diesem Monat rückläufige Exportwerte.

Auch bei den Importen gab es bei den bedeutendsten Produktgruppen Abnahmen. Das ergab insgesamt einen Rückgang von 18,1 Prozent auf 12,71 Mrd. Euro. Ausschlaggebend dafür waren hier vor allem Maschinen und Fahrzeuge (−15,9 Prozent; −1,08 Mrd. Euro) sowie bearbeitete Waren (−20,2 Prozent; −0,61 Mrd. Euro). Außerhalb der vier bedeutendsten Produktgruppen verzeichneten Brennstoffe und Energie ebenso weiterhin starke absolute Rückgänge im Import (−25,8 Prozent; −0,42 Mrd. Euro). Vor allem der Importwert der Untergruppe Gas brach um 48,9 Prozent ein, die importierte Menge sank hingegen nur um 15,5 Prozent. Bei Erdöl und Erdölerzeugnissen ging der Einfuhrwert um 4,9 Prozent zurück, die Importmenge um 7,3 Prozent.

Die einzige Produktgruppe mit Importzuwächsen war Getränke und Tabak (+2,6 Prozent auf 0,13 Mrd. Euro), wobei hier die Zunahmen der Untergruppe Tabak und Tabakerzeugnisse (+28,3 Prozent auf 0,04 Mrd. Euro) auschlaggebend waren.

 

1. Quartal 2024: Einfuhren um 14,7 Prozent gesunken, Ausfuhren um 4,6 Prozent zurückgegangen

Im Zeitraum Jänner bis März 2024 lag der Gesamtwert der Einfuhren von Waren laut vorläufiger Ergebnisse bei 46,60 Mrd. Euro, der Wert der ausgeführten Waren belief sich auf 49,43 Mrd. Euro. Entsprechend sanken die Einfuhren im Vergleichszeitraum um 14,7 Prozent, während die Ausfuhren Abnahmen von 4,6 Prozent verzeichneten. Das Aktivum der Handelsbilanz stieg auf 2,83 Mrd. Euro, nach einem Passivum von 2,86 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im 1. Quartal 2024 gab es im Handel mit den zehn wichtigsten Importpartnern Abnahmen bei den Importen. Neben dem Rückgang bei Deutschland, Österreichs bedeutendstem Handelspartner (−11,4 Prozent), gab es vorwiegend Abnahmen im Handel mit der Schweiz (−45,3 Prozent), China (−16,7 Prozent) und Tschechien (−12,8 Prozent). Im Handel mit den zehn bedeutendsten Exportpartnern zeigten jeweils fünf Länder Zu- und Abnahmen. Die stärksten Rückgänge zeigten Deutschland (−7,8 Prozent), Italien (−6,6 Prozent) und Ungarn (−9,2 Prozent), die stärksten Zunahmen fanden sich bei den Vereinigten Staaten (+20,0 Prozent), dem Vereinigten Königreich (+27,6 Prozent) und China (+20,1 Prozent).

Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union importierte Österreich von Jänner bis März 2024 Waren im Wert von 31,46 Mrd. Euro (−9,5 Prozent). Der Wert der in die EU-Länder exportierten Waren verzeichnete mit −8,8 Prozent ebenfalls einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und betrug 32,91 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzaktivum mit der Europäischen Union belief sich auf 1,45 Mrd. Euro, nach einem Überschuss von 1,31 Mrd. Euro in den ersten drei Monaten 2023.

Der Außenhandel mit Drittstaaten zeigte im Vergleich zur Vorjahresperiode eine Abnahme bei den Importen (−23,8 Prozent auf 15,14 Mrd. Euro) und eine leichte Zunahme bei den Exporten (+5,1 Prozent auf 16,53 Mrd. Euro). Daraus ergab sich ein Handelsbilanzüberschuss mit Drittstaaten von 1,38 Mrd. Euro (siehe Tabelle 2).

Im 1. Quartal 2024 sanken die Importe aus der Ukraine gegenüber dem Vergleichszeitraum vor Kriegsbeginn (Jänner bis März 2021) um 13,4 Prozent auf 0,26 Mrd. Euro. Die wichtigsten Importprodukte waren weiterhin Erze und Metallabfall. Exportseitig wurde eine leichte Abnahme um 0,5 Prozent auf 0,16 Mrd. Euro verzeichnet, mit medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen als wichtigster Produktgruppe.

Der Handel mit der Russischen Föderation wies importseitig eine wertmäßige Abnahme gegenüber der Vergleichsperiode 2021 vor Beginn des Krieges mit der Ukraine auf (−10,9 Prozent auf 0,64 Mrd. Euro), wobei Gas das wichtigste Importgut war. Bei den Exporten kam es zu einer signifikanten Abnahme von 52,1 Prozent auf 0,24 Mrd. Euro. Die wichtigsten Produkte im Export waren im Jänner bis März 2024 medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse.

Mit einem Importanteil von 7,5 Prozent (3,51 Mrd. Euro) und einem Exportanteil von 2,7 Prozent (1,33 Mrd. Euro) befand sich die Volksrepublik China im Zeitraum Jänner bis März 2024 – wie auch in den Vorjahren – unter den wichtigsten Handelspartnern Österreichs. Im Import nahm die Volksrepublik den zweiten Rang nach Deutschland ein, im Export die zehnte Stelle. Im Import kam es mit −16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2023 zu einer mäßigen Abnahme. Der Export zeigte hingegen einen deutlichen Zuwachs von 20,1 Prozent. Insgesamt entstand das bei weitem höchste Handelsbilanzdefizit mit einem Handelspartner (−2,18 Mrd. Euro). Wichtigstes Handelsgut im Import war hierbei die Gruppe elektrische Maschinen und Geräte, wobei vor allem Produkte aus der Gruppe Arbeitsmaschinen exportiert wurden.

Aus Taiwan importierte Österreich im Zeitraum Jänner bis März 2024 um mehr als ein Fünftel weniger als im 1. Quartal des Vorjahres (−21,0 Prozent auf 0,29 Mrd. Euro). Die Exporte nach Taiwan gingen im gleichen Zeitraum um mehr als die Hälfte zurück (−51,5 Prozent auf 0,14 Mrd. Euro). Elektrische Maschinen und Geräte waren die wichtigsten Produkte im Import, im Export waren es Arbeitsmaschinen.

Der Wert von Importen aus Israel stieg im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 47,1 Prozent auf 0,10 Mrd. Euro. Auf der Exportseite kam es hingegen zu einer Abnahme von 14,7 Prozent auf 0,14 Mrd. Euro. Die wichtigsten Produkte sowohl im Import als auch im Export waren im Zeitraum Jänner bis März 2024 medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse.

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