Im Jahr 2024 werden in Österreich einer Schätzung von Statistik Austria zufolge rund 16,6 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) eingesetzt. Die For-schungsquote, also der Anteil der F&E-Ausgaben am nominellen Bruttoinlandsprodukt (BIP), beträgt damit voraussichtlich 3,34 Prozent.
Für 2023 ergab die Schätzung der Forschungsquote 3,26 Prozent, für 2022 3,18 Prozent und für 2021 wurden ebenfalls 3,26 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Der Rückgang der Forschungsquote von 2021 auf 2022 ist durch den hohen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts zu erklären, der dem pandemiebedingten Einbruch von 2020 auf 2021 folgte. Aufgrund der ökonomischen und politischen Verwerfungen der vergangenen Jahre (Pandemie, Ukraine-Krieg, hohe Inflation) kam es zu stärkeren Schwankungen im BIP-Wachstum. So fiel das nominelle Bruttoinlandsprodukt von 2019 auf 2020 um 4,1 Prozent, stieg 2021 um 6,4 Prozent, 2022 um 10,4 Prozent und 2023 um 6,7 Prozent. Für 2024 wird eine nominelle Steigerung von 4,6 Prozent erwartet. Die Forschungsausgaben waren in den Covid-Jahren weniger volatil als die Wirtschaftsleistung, sodass es zu Schwankungen in der Forschungsquote kam.
Forschungsausgaben sind in Österreich längerfristig stark angestiegen. 2004 betrug die Forschungsquote 2,17 Prozent, 2014 wurde mit 3,08 Prozent erstmals das EU-Ziel von 3 Prozent erreicht.
Starker Anstieg der öffentlichen Forschungsfinanzierung
Die F&E-Ausgaben werden aus verschiedensten Quellen finanziert. Vom Staat werden 2024 voraussichtlich fast 5,6 Mrd. Euro aufgewendet werden, was 34 Prozent der gesamten F&E-Finanzierung und 10 Prozent mehr als 2023 ausmacht. Schon von 2022 auf 2023 war die staatliche Forschungsfinanzierung nominell um 14 Prozent angestiegen. 2024 stammt davon mit 4,6 Mrd. Euro der größte Anteil vom Bund, die Bundesländer tragen ca. 700 Mio. Euro zur Finanzierung von F&E bei. 2024 werden voraussichtlich 51 Prozent der F&E-Ausgaben in Österreich von Unternehmen finanziert werden (8,4 Mrd. Euro). Die F&E-Finanzierung der Unternehmen beinhaltet auch die Ausschüttungen der Forschungsprämie, die für 2024 vom Bundesministerium für Finanzen mit 1,0 Mrd. Euro veranschlagt werden. 2,6 Mrd. Euro (16 Prozent) werden aus dem Ausland finanziert, hauptsächlich von Unternehmen, deren Tochterunternehmen in Österreich F&E betreiben.
Österreich mit dritthöchster Forschungsquote in der EU
Auf europäischer Ebene stehen aktuell vorläufige Daten für das Jahr 2022 zur Verfügung. In diesem Jahr wies Österreich (3,18 Prozent) hinter Belgien (3,43 Prozent) und Schweden (3,40 Prozent) die dritthöchste Forschungsquote innerhalb der EU auf. Mit einer Forschungsquote von 3,13 Prozent erfüllte auch Deutschland das europäische Ziel einer Forschungsquote von 3 Prozent, während Finnland (2,95 Prozent) und Dänemark (2,89 Prozent) knapp darunter lagen.
Die Forschungsquote der EU-27 insgesamt blieb mit 2,24 Prozent deutlich unter dem selbst gesteckten Ziel und damit weiterhin geringer als in anderen Wirtschaftsräumen: Südkorea gab 2021 4,93 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt für Forschung aus, die USA 3,46 Prozent (2021), Japan 3,34 Prozent (2021), die Schweiz 3,31 Prozent (2021). In China lag die Forschungsquote im Jahr 2020 mit 2,41 Prozent ebenfalls etwas höher als in der EU.