Im April 2024 erreichte der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich laut Statistik Austria 116,6 Punkte (Basisjahr 2021) und sank somit um 4,8 Prozent im Vergleich zum April des Vorjahres. Im März und Februar 2024 hatten die Jahresveränderungsraten −6,3 Prozent bzw. −6,4 Prozent betragen. Damit schwächte sich der Preisrückgang im April 2024 leicht ab.
„Die Erzeugerpreise fallen weiter, aber nicht mehr im gleichen Tempo wie zu Jahresbeginn. Während der Preisrückgang im Jänner noch 7,2Prozent betragen hatte, schwächte er sich im April 2024 auf −4,8 Prozent ab. Die sinkenden Erzeugerpreise gehen in erster Linie auf günstigere Energie zurück. Allerdings waren die Preisabnahmen im April sowohl bei Energie als auch bei Vorleistungsgütern weniger kräftig als in den Vormonaten“, sagt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.
Energiepreise im April 2024 um 18,5 Prozent zurückgegangen
Hauptverantwortlich für den Indexrückgang im April 2024 von −4,8 Prozent waren die Preisrückgänge im Bereich Energie (−18,5 Prozent gegenüber April 2023). Bereits in den Monaten März (−21,3 Prozent) und Februar 2024 (−21,2 Prozent) wurden Preisabnahmen von über 20 Prozent im Jahresvergleich beobachtet. Der stark rückläufige Preistrend setzte sich somit im April 2024 fort. Besonders die Verbilligungen für elektrischen Strom und Dienstleistungen der Elektrizitätsversorgung (−23,5 Prozent) sowie für industriell erzeugte Gase, Dienstleistungen der Gasversorgung (−22,3 Prozent) wirkten sich dämpfend auf den Index für Energie aus. Verteuert haben sich hingegen Mineralölerzeugnisse.
Die Preise für Vorleistungsgüter gingen im April 2024 im Schnitt um 1,2 Prozent zurück, damit bremste sich der Preisrückgang gegenüber den Vormonaten ein (März 2024: −2,3 Prozent, Februar 2024: −2,4 Prozent). Zurückzuführen war dies auf ein Abflachen der Preisrückgänge für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (April 2024: −5,8 Prozent; März 2024: −6,7 Prozent) sowie für Holz und Zellstoff, Papier, Karton und Pappe (April 2024: −10,6 Prozent, März 2024: −13,2 Prozent). Auch im Bereich der chemischen Industrie fiel die Preisabnahme im April 2024 für chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform (−5,5 Prozent) geringer aus als noch im Vormonat (März 2024: −7,1 Prozent).
Investitionsgüter wiesen im Vergleich zum April 2023 einen Preisanstieg um 3,1 Prozent aus (März 2024: +2,9 Prozent, Februar 2024: +3,2 Prozent). Die Preiserhöhung für Kraftwagen und Kraftwagenmotoren lag bei 3,4 Prozent, jene für Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige bei 3,1 Prozent. Die Preise für Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse legten um 3,0 Prozent zu. Im Vergleich zum April des Vorjahres verbilligten sich hingegen land- und forstwirtschaftliche Maschinen (−1,4 Prozent).
Das Preisniveau für Konsumgüter lag im April 2024 bei +1,4 Prozent, der Anstieg war damit etwa gleich hoch wie in den Monaten zuvor (März 2024: +1,5 Prozent, Februar 2024: +1,4 Prozent). Im Jahresabstand stiegen die Preise für Münzen, Schmuck und ähnliche Erzeugnisse um 2,6 Prozent, Möbel verteuerten sich um 3,0 Prozent. Die Preise für Getränke sowie Obst- und Gemüseerzeugnisse zogen gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8 Prozent bzw. 4,8 Prozent an. Günstiger wurden hingegen Milch und Milcherzeugnisse (−0,9 Prozent) sowie haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse (−0,5 Prozent).
Indexrückgang um 0,1 Prozent gegenüber März 2024
Im Monatsabstand fiel der Erzeugerpreisindex insgesamt leicht um 0,1 Prozent. Verantwortlich dafür waren vorwiegend Preisrückgänge im Bereich der Energieversorgung (−2,9 Prozent). Die Preise in der Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden sowie in der Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen sanken jeweils um 0,7 Prozent. Gegenüber März 2024 erhöhten sich dagegen die Preise in der Metallerzeugung und -bearbeitung (+2,1 Prozent) sowie in der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (+1,5 Prozent).