Großer Niedersachsenabend anlässlich der Generalversammlung der Deutschen Handelskammer in Österreich

Der traditionelle Abend anlässlich der Generalversammlung der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK) wurde diesmal vom Land Niedersachsen bestritten. Die Gäste wurden begrüßt von Hans Dieter Pötsch, der wenige Stunden vorher zum neuen Präsidenten der DHK gewählt worden war. Pötsch, geborener Österreicher, ist Aufsichtsratsvorsitzender von VW. Die Festrede hielt der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil.

„Wir wissen, was wir an Österreich haben“, sagte Weil, die meisten Österreicher habe er bei VW kennengelernt. Österreich könne sogar „Entwicklungshilfe“ für Niedersachsen leisten, denn sein Modell der innerbetrieblichen Forschung sei vorbildhaft und werde von seinem Land übernommen. Beide Länder hätten einen wichtigen Standortfaktor, dessen Bedeutung in den letzten zwei Jahren enorm gestiegen ist, nämlich „politische Stabilität“.

Die fünf „Ds“ als große Herausforderung

Demografie, Digitalisierung, Dekarbonisierung, Dimension und Dynamik seien die aktuellen Herausforderungen für Deutschland, sagte Weil, der sich selbst im Gespräch als „im Herzen einen Industriepolitiker“ bezeichnet. Zur Demografie: Die Alterung der Bevölkerung und die Sicherung des Nachwuchses an Fachkräften seien zum größten Problem geworden. Digitalisierung: Der Begriff Industrie 4.0 sei in Niedersachsen geprägt worden und zu einer Weltmarke geworden. Digitalisierung sei aber nicht auf die Industrie beschränkt sondern werde auch für die Landwirtschaft immer wichtiger, gerade auch in Niedersachsen, dem Agrarland Nummer eins in Deutschland. Dekarbonisierung: Wind ist der „wichtigste Rohstoff. Die Auto/Industrie und die Landwirtschaft stehen vor der größten Transformation ihrer Geschichte. Auch die Dimensionen zwischen regional und global seien aktuell ein herausforderndes Thema in der Wirtschaft. Und zur Dynamik sagt Weil: „Wir können es uns nicht länger leisten, die Infrastruktur im Schneckentempo auszubauen“.

Die Begrüßung der Republik Österreich für die deutschen Gäste überbrachte Verkehrsminister Andreas Reichhardt. Er sprach sich für einen europäischen Forschungsverbund aus. Pötsch hatte einen sehr konkreten Wunsch: Österreich solle Partner der Hannover-Messe werden, immerhin die größte Industrie-Messe der Welt. Kaum verhohlene Kritik übte Pötsch an der Ablehnung des Mercosur-Freihandelsabkommens durch Österreich: Dieses wichtige Abkommen dürfe nicht an „Einzelinteressen“ scheitern. Der Abend fand einen sehr original niedersächsischen Ausklang: Das Sängerinnen-Duo Eli Lohof und Elke Oppermann aus Lüneburg ließ hören wie Niedersächsisch klingt (samt mitgelieferter Übersetzung) und lud die Gäste zum Mitsingen ein.

Text: Hans Winkler

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