Österreich und Deutschland knacken die 100-Milliarden-Euro-Grenze

Das Außenhandelsvolumen von Österreich und Deutschland hat im Jahr 2017 rund 104,07 Milliarden Euro und damit einen neuen Rekordwert erreicht.

  • © Gindele/DHK/Günther Peroutka

Laut den im Februar publizierten Zahlen des Deutschen Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag das Exportvolumen Deutschlands nach Österreich bei 62,83 Milliarden Euro, die Warenimporte beliefen sich auf 41,24 Milliarden Euro. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug damit 5,1 bzw. 7,0 Prozent.

„Das Außenhandelsvolumen zwischen Deutschland und Österreich hat ein neues All-Time-High erreicht“, sagt dazu Thomas Gindele, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK).

Wichtiger Handelspartner

Obwohl Österreich nur rund ein Zehntel der Bevölkerungszahl Deutschlands aufweist (8,7 zu 83,9 Millionen Einwohner, 2016), ist das Nachbarland traditionell einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. So liegt Österreich beim Ranking der Exportländer aus deutscher Sicht auf Platz sieben und bei den Importen auf Platz neun. Wichtigstes Exportland waren für Deutschland im Jahr 2017 die USA, das höchste Importvolumen kam aus China. Insgesamt wurden im Jahr 2017 von Deutschland Waren im Wert von 1279,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1034,6 Milliarden Euro importiert.

Der Handel zwischen Deutschland und Österreich wird (in beide Richtungen) von folgenden Warengruppen dominiert: Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen und elektrische Ausrüstungen (siehe Tabelle). Auch Metalle, chemische Erzeugnisse sowie Nahrungsmittel und Futtermittel zählen zu den Top-Handelsgütern. Gindele: „Die Autoindustrie und die Zulieferbetriebe sind ein wesentlicher Faktor für das hohe Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern.“ Aber auch in anderen Bereichen gibt es einen regen bilateralen Austausch: von der Bauindustrie bis zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen, von Alpinski bis Lebkuchen. So liefert Österreich zum Beispiel an die 100.000 Paar Ski jährlich nach Deutschland, und Österreich ist mit 3700 Tonnen der wichtigste Lebkuchenabnehmer Deutschlands (Werte von 2016).

Gute Aussichten für deutsche Wirtschaft

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist gut. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2017 real um 2,2 Prozent gewachsen, und das deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut ifo rechnet für 2018 mit einem BIP-Wachstum von 2,6 Prozent.

Die jüngste Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), bei der zu Jahresbeginn 2018 rund 26.000 Unternehmer in Deutschland befragt wurden, zeigt, dass die Unternehmen ihre Lage so gut wie noch nie bewerten. Sie sind sogar noch besser durch den Winter gekommen als im Herbst erwartet. Selbst im Baugewerbe können die kalten Monate die sehr gute Geschäftslage kaum trüben. Insbesondere die Industrie ist deutlich zufriedener als im Herbst. Sie profitiert von der Belebung des Welthandels und einem gestiegenen Investitionsvertrauen. Aber auch Handel und Dienstleister verzeichnen neue Rekorde bei ihrer Lagebewertung. Zudem investieren die Unternehmen mehr. Die Sorgen um die Nachfrage im In- und Ausland sinken nochmals kräftig. Das mit Abstand größte Hemmnis für die Unternehmen ist der Fachkräftemangel. Bleiben dringend benötigte Stellen unbesetzt, wird es immer schwieriger, anstehende Aufträge abzuarbeiten. Zweitgrößtes Risiko ist nach Einschätzung der befragten Unternehmer die Entwicklung der Arbeitskosten.

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